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Autor Thema: Wie bohre ich richtig?  (Gelesen 3976 mal)

Bismarck

  • hat ne DualRadiWakü
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Wie bohre ich richtig?
« am: 30. August 2006, 13:21:59 »

Ein paar generelle Tips zum Bohren:

  • Einhalten der UVV (Unfall-Verhütungs-Vorschriften). Dazu gehört u.a. das Tragen von Schutzbrillen, sieht zwar doof aus, aber immernoch besser als ein Span im Auge (was SEHR schnell mal geschehen ist). Wer Wert darauf legt sich beim Bohren nicht im Kreise zu bewegen sollte auf eng anliegende Kleidung achten damit nichts in den Bohrer kommen kann. Dazu gehört auch das Hochstecken von Haaren, ablegen von Ketten, Ringen, Uhren u.ä. Zur UVV gehört allerdings einiges mehr, wer Interesse hat kann ich mal auf http://www.pr-o.info umschauen.
  • Kühlen und schmieren! Einfach ein wenig Öl in Wasser geben, Spüli dazu und rühren. Fertig ist eine schöne Bohremulsion. Wer oft und viel Bohrt kann sich natürlich auch "richtige" Emulsion besorgen, muss aber nicht sein. Beachte! Was beim Bohren am Ende übrig bleibt möglichst nicht in den Kanal kippen sondern "fachgerecht entsorgen".
  • Halte die Maschine gerade! Ein Bohrständer für die Handbohrmaschine oder sogar eine Ständerbohrmaschine sind auf gar keinen Fall zu verachten. Andernfalls kann es besonders bei kleinen Bohrern schnell zu einer Zweiteilung des selbigen kommen. Zudem kann man so auch den Druck besser und gleichmäßiger dosieren, gibt "bessere" Bohrungen und weniger Verschleiß.
  • Stelle die richtige Umdrehungszahl ein!

    Formel:

    n = v/(Pi*d)

    n = Anzahl Umdrehungen / Minute
    v = "Schnittgeschwindigkeit", abhängig von Bohrer und Werkstoff
    d = Durchmesser des Bohrers in Meter (1mm = 0,001m)

    Der richtige Wert für v:

    (Bohrer aus HSS ("Die billigen ausm Baumarkt") / HSS mit Titanbeschrichtung (die "goldenen", teuer) / Hartmetall und HSS mit Cobalt (Die "silbernen", teurer))

    Unlegierter, "normaler" Stahl, Guss: 28-36 / 40-45 / 70
    Legierter-, "Edelstahl": UM - 18 / 16-22 / 70
    Aluminium: 55 - 90 / 80 - N/A / 120 - 200
    CU: 45 / 55 / 120 - 180

    (UM = Unmöglich, N/A = Nicht verfügbar)


    Ich nehme zum Bohren ins (normale Blech-) Gehäuse für "v" übrigens immer um die 25, das sollte passen, so genau kommt das nicht. :thumbup:
    Der Wert für v ist nur ein Richtwert, er variiert stark je nach Material, Bohrer usw. pp. Faustregel: Lieber zu langsam als zu schnell, wenns anfängt zu "ribbeln" (Ihr werdet es merken) oder wenn ihr eure Bohrer liebt besser etwas runterdrehen.
  • Der richtige Bohrer! Beim Werkzeugkauf neigt man schnell zum Geiz weil man dem fertigen Mod nun mal selten ansieht, wieviel die Werkzeuge gekostet haben. Hier kann billig aber auch teurer sein: Wenn man Edelstahl o.ä. bohren möchte und sich einen "günstigen" HSS-Bohrer nimmt wird man wenige Minuten später wieder vor dem Schrank stehen uns letztendlich doch den guten nehmen. Bei weichen Materialien (CU, AL, Holz...) sind sie jedoch auch ausreichend. Will man viel Bohren empfiehlt sich auch die Investition in einen guten Bohrer: Nichts ist ärgerlicher als wenn man halb fertig ist und der Bohrer vollkommen hinüber ist (Möglichkeit und Wissen zum Anschleifen haben die wenigsten). Noch schlimmer wird es, wenn der Bohrer abbricht und stecken bleibt: Jetzt angelt man entweder Stunden bis er draußen ist oder fängt gleich neu an. Durchbohren mit einem anderen Bohrer geht nicht!
  • Richtig Spannen! Nichts ist ärgerlicher und gefährlicher als wenn man sich den fast fertigen Mod um den Schädel haut. Zum Einen schrottet ihr euch damit eure Hardware, zum Anderen sind Verletzungen auch nicht ohne, Blut geht sehr schwer aus Holz & co wieder raus (Wenn man sich danach überhaupt noch dafür interessiert). Ein kleiner Maschinenschraubstock (kostet nicht die Welt) ist sehr gut geeignet: Rechts den Hebel der Bohrmaschine, Links die Spindel vom Schraubstock. Voricht bei Blechen! Sind sie klein, spannt man sie leicht im Schraubstock ein (nicht zu fest, sonst biegen sie), größere am Besten mittels Schraubzwinge auf den Tisch. Das Festahlten mit Handschuhen ist auch eine Möglichkeit, allerdings sollte man sich dann auch im klaren sein, dass man dabei gegen die Unfallverhütungsvorschirften verstößt. Gefährlich sind mittelgroße Bleche: Man neigt dazu sie einfach in der Hand zu halten, da sie nicht groß genug für den Schraubstock sind. Verklemmt sich nun ein Bohrer beim durchbrechen (bei Blechen nicht selten), fängt alles an zu rotieren, die Pflasterdose sollte dann in Reichweite sein.
    Letzter Hinweis: Stelle dich immer so zu den Gegenständen, dass sie wenn sich der Bohrer verhakt von dir weg bewegen, nicht auf dich zu!

Tipps für spezielle Materialien:

  • Edelstahl: Sehr harter Bohrer (Hartmetall) und gut kühlen. Wenn viel gebohrt werden muss, lohnt sich die Anschaffung von Schneidpaste.
  • CU: Vorsicht beim Bohren! Wenn ihr Pech habt, zieht sich der Bohrer von alleine ins Material und reißt euch das Teil aus der Hand. Wenn ihr anschleifen könnt: Legt die Schneide vorne *etwas* tiefer als den Rest, so dass der Bohrer "auf der Backe reitet". Damit verhindert / mindert ihr die Gefahr des Reinziehens.
  • Kunststoff: Niedrige Umdrehungszahl, es darf / sollte nicht schmelzen. Wer einen Kompressor hat kann auch mit Luft kühlen.
  • Setze den gesunden Menschenverstand ein, ich übernehme keine Haftung für die Richtigkeit des Beitrages sowie für Schäden die mit ihm in Verbindung stehen.

Viel Spaß beim modden, Bismarck.
Gespeichert
Alle Angaben wie immer ohne Gewähr!
 

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